FinanzKompass Berlin
Analyse

Warum 83% der Rentenversicherungen in Berlin zu teuer sind

Von Torsten Beier, Geschäftsführer·14. November 2024·6 Min. Lesezeit

Hand aufs Herz: Wissen Sie genau, wie viel von Ihrem monatlichen Beitrag für die Altersvorsorge wirklich investiert wird und wie viel in der Verwaltung verschwindet? Wir haben zwischen Januar und September 2024 exakt 127 bestehende Rentenverträge unserer Berliner Kunden analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 21 dieser Verträge waren wirklich rentabel, während der Rest durch versteckte Kosten die Rendite fast komplett auffrisst.

Die versteckte Kostenfalle in den ersten 60 Monaten

In den meisten Verträgen, die wir in unserem Büro am Kurfürstendamm prüfen, lauert das größte Problem direkt am Anfang. Viele Versicherer ziehen die Abschluss- und Vertriebskosten in den ersten 5 Jahren komplett ab. Das bedeutet konkret: Wenn Sie monatlich 200 Euro einzahlen, fließen bei einem typischen Vertrag oft nur 114 Euro in den eigentlichen Spartopf. Den Rest behält die Versicherung für den Vertreter und die eigene Verwaltung ein. Wir rechnen das mal kurz durch: Nach 60 Monaten haben Sie 12.000 Euro eingezahlt, aber Ihr Kontostand zeigt vielleicht nur 7.430 Euro an. Das ist ein Minusgeschäft, das Sie über Jahrzehnte nicht mehr aufholen können.

Besonders kritisch wird es, wenn die Verträge sogenannte 'dynamische Anpassungen' enthalten. Hierbei steigen Beitrag und Gebühren jedes Jahr um 3 oder 5 Prozent. Was als Schutz gegen Inflation verkauft wird, ist oft nur eine Methode, um jedes Jahr neue Abschlusskosten zu generieren. Bei 87 von den 127 geprüften Verträgen haben wir empfohlen, diese Dynamik sofort zu stoppen. Ihr Netto gehört Ihnen, und es sollte nicht in Form von Provisionen für Verträge verpuffen, die Sie vor 8 Jahren unterschrieben haben. Zahlen lügen nicht, und die Mathematik hinter diesen Provisionen arbeitet fast immer gegen den Sparer.

Wer die ersten 5 Jahre nur Gebühren zahlt, hat mathematisch schon verloren.
Die versteckte Kostenfalle in den ersten 60 Monaten

Staatliche Förderung – Ein Nullsummenspiel?

Viele Berliner entscheiden sich für Riester- oder Rürup-Verträge, weil sie die Zulagen vom Staat mitnehmen wollen. Das klingt im Beratungsgespräch bei der Bank erst einmal logisch. Doch unsere Analyse zeigt ein anderes Bild: Die Versicherungsgesellschaften wissen genau, wie hoch diese Förderungen sind, und erhöhen im Gegenzug oft ihre internen Verwaltungskosten. In einem konkreten Fall aus dem Juni 2024 zahlte eine Kundin 154 Euro Zulage im Jahr, während der Vertrag gleichzeitig 168 Euro an jährlichen Fixkosten verursachte. Die Förderung wurde also eins zu eins an die Versicherung durchgereicht.

Ehrlich gesagt, ist das für viele ein Schlag ins Gesicht. Man denkt, man tut etwas für die Rente, aber am Ende subventioniert man nur die IT-Systeme und die Vorstände der großen Konzerne. Wir haben ausgerechnet, dass die Effektivkostenquote bei 94 dieser 127 Verträge über 1,84 Prozent pro Jahr lag. Zum Vergleich: Ein einfacher Indexfonds kostet oft weniger als 0,22 Prozent. Auf eine Laufzeit von 31 Jahren macht dieser kleine Unterschied von 1,62 Prozent bei einer Sparrate von 300 Euro am Ende genau 54.310 Euro Differenz aus. Das ist Geld, das Ihnen im Alter für Reisen oder die Miete in Berlin fehlt.

Staatliche Förderung – Ein Nullsummenspiel?

Die Checkliste: So entlarven Sie Ihren Vertrag

Sie müssen kein Mathematik-Professor sein, um Ihren eigenen Vertrag zu verstehen. Schauen Sie in die jährliche Standmitteilung, die Ihnen meistens im März oder April zugestellt wird. Suchen Sie nach dem Begriff 'Effektivkosten' oder 'Reduction in Yield'. Wenn dort eine Zahl steht, die höher als 1,1 Prozent ist, sollten Sie hellhörig werden. Wir haben festgestellt, dass Verträge mit Kosten über 1,5 Prozent fast nie die Inflation schlagen können. Das bedeutet, Ihre Kaufkraft im Alter sinkt sogar, obwohl Sie fleißig sparen. Keine Luftschlösser, nur Fakten: Ein teurer Vertrag ist wie ein Eimer mit einem Loch im Boden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Fondsauswahl. Viele alte Policen investieren in hauseigene Fonds der Versicherung, die hohe Managementgebühren kosten und oft schlechter abschneiden als der Marktdurchschnitt. In 74 Prozent der von uns untersuchten Fälle konnten wir durch einen Wechsel der Anlagestrategie innerhalb des Vertrages die Rendite um durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr steigern. Das erfordert oft nur ein zwei-seitiges Formular und etwa 15 Minuten Arbeit. Wenn Ihr Berater Ihnen das nicht von sich aus anbietet, wissen Sie meistens schon, auf wessen Seite er steht.

Ein teurer Vertrag ist wie ein Eimer mit einem Loch im Boden.
Die Checkliste: So entlarven Sie Ihren Vertrag

Warum wir keine Banken-Produkte verkaufen

FinanzKompass Berlin wurde im September 2013 gegründet, weil wir die Nase voll hatten von den Standard-Lösungen der Großbanken. In Berlin gibt es hunderte Bankfilialen, aber fast überall bekommen Sie die gleichen 3 Produkte angeboten, die vor allem der Bank nützen. Wir arbeiten anders. Wir sind ein Team von 4 Beratern und haben seit der Gründung 487 Kunden dabei geholfen, ihre Fixkosten zu senken. Unser Fokus liegt darauf, die Kosten auf unter 0,5 Prozent zu drücken. Das ist kein Hexenwerk, sondern erfordert lediglich den Verzicht auf teure Markenprodukte und den Einsatz von effizienten Anlageklassen.

Im letzten Quartal haben wir für unsere Mandanten insgesamt 14.280 Euro an unnötigen Versicherungsgebühren eingespart. Das ist Geld, das jetzt Monat für Monat wirklich in deren Vermögensaufbau fließt. Wir sagen auch klipp und klar Nein, wenn ein Wechsel keinen Sinn macht – zum Beispiel bei sehr alten Verträgen mit hohem Garantiezins aus den 90er Jahren. Uns geht es nicht um den schnellen Abschluss, sondern um eine Rechnung, die am Ende aufgeht. Wer eine ehrliche Analyse will, bekommt bei uns klare Zahlen statt bunter Broschüren. Ihr Netto gehört Ihnen, und wir sorgen dafür, dass das so bleibt.

Warum wir keine Banken-Produkte verkaufen